Abfallvermeidung

Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht

Schon vor dem Kauf – etwa von Elektrogeräten – können wir uns fragen: Lässt sich das Produkt später gut reparieren? Kann ich es oft verwenden? Vielleicht kann man das Produkt auch leihen oder gebraucht kaufen? Entscheiden wir uns für ein neues Produkt, ist es für die Umwelt am besten, es lange zu nutzen, bevor es in den Müll wandert – egal, ob Kleidung, Elektrogeräte, Tragetaschen oder andere Dinge des Alltags.

Doch viele Produkte werden so hergestellt, dass sie nur kurz genutzt werden können: Mode-Artikel oder Elektrogeräte zum Beispiel werden unter hohem Ressourcenaufwand produziert, gehen zum Teil schnell kaputt und sind schlecht zu reparieren. Auch To-go-Produkte wie Einwegteller und Tüten sind ein Problem, wie die Grafik unten zeigt.

Folgende Maßnahmen ergreift die Politik, um das Abfallaufkommen zu reduzieren:

Das unternimmt die EU

  • Die EU gibt mit der Ökodesign-Richtlinie eine umweltfreundliche Gestaltung von Produkten vor; sie fordert zum Beispiel, dass Elektrogeräte so hergestellt werden, dass sie lange halten und leicht zu reparieren sind.
  • Die Einwegkunststoffrichtlinie der EU verbietet unter anderem seit dem 3. Juli 2021 bestimmte Plastik-Artikel. Dazu gehören beispielsweise Einweggeschirr, Trinkhalme sowie Fast-Food-Verpackungen und To-go-Getränkebecher aus sogenanntem expandierten Polystyrol.

So handelt die Bundesregierung

  • Das Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz setzt sich dafür ein, dass Kunststoffabfälle reduziert werden und Recycling gestärkt wird. Ein Inbegriff der Ressourcenverschwendung sind zum Beispiel Plastiktüten. Durch Neuerungen im Verpackungsgesetz ist die klassische Einweg-Plastiktüte seit dem 1. Januar 2022 verboten, um den Verbrauch weiter einzudämmen. Und auch Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff und ausnahmslos alle Getränkedosen sind seit dem 1. Januar 2022 pfandpflichtig.
  • Durch Neuerungen im Verpackungsgesetz ist die klassische Einweg-Plastiktüte seit dem 1. Januar 2022 ganz verboten, um den Verbrauch noch weiter einzudämmen. Und auch Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff und ausnahmslos alle Getränkedosen sind seit dem 1. Januar 2022 pfandpflichtig.
  • Ab 2023 ist die Gastronomie verpflichtet, Mehrweg-Alternativen zu To-go-Einwegverpackungen aus Kunststoff anzubieten.
  • Das Abfallvermeidungsprogramm der Bundesregierung unter Beteiligung der Länder und dessen Fortschreibung zeigen Maßnahmen zur Abfallvermeidung auf, bewerten sie und schlagen weitere vor – für Bund und Länder, Kommunen, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Wirtschaft. So gibt es zum Beispiel die Initiative „Zu gut für die Tonne“ für mehr Lebensmittelwertschätzung oder den Blauen Engel, der das Thema Haltbarkeit und Austauschbarkeit von Akkus adressiert.

 

Auch der Handel, die Industrie sowie Verbraucherinnen und Verbraucher können dazu beitragen, Abfall zu vermeiden:

Das können Industrie, Handel und Gastronomie tun

  • Industrie und Handel haben erkannt: Der Verzicht auf überflüssige Verpackungen kann ein Wettbewerbsvorteil sein. Verschiedene Firmen setzen daher auf Mehrwegbehälter in der Logistikkette und auf unverpacktes Obst und Gemüse. Die Anzahl recyclingfähiger Verpackungen soll zudem deutlich vergrößert werden.
  • Gastronomie oder Cafés können beispielsweise Refill-Stationen anbieten, an denen die eigene Wasserflasche aufgefüllt werden kann. Pfandsysteme können Anreize setzen, Mehrweggefäße zu verwenden – zum Beispiel bei Kaffeebechern.

Auch jede und jeder Einzelne kann aktiv werden

  • Verbraucherinnen und Verbraucher können zur Abfallvermeidung beitragen, indem sie bewusst einkaufen und Einweg-Produkte sowie überflüssige Verpackungen vermeiden. Auch der Kauf von gebrauchter Kleidung, gebrauchten Elektrogeräten und anderen Alltagsprodukten trägt zur Abfallvermeidung bei. Ebenso wie das Teilen, die Reparatur, der Verkauf oder die Weitergabe von bereits genutzten Produkten.
  • Tipps zur Abfallvermeidung gibt es auf der Website zur Abfallvermeidung des Bundesministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, in der Fortschreibung des Abfallvermeidungsprogramms des Bundes, in der Bürgerbroschüre „Wertschätzen statt wegwerfen“ sowie auf der Themenseite „Weniger ist mehr“.

Vorbereitung zur Wiederverwendung

Aus Alt mach Neu

Viele Dinge, die zu Abfall geworden sind, lassen sich so vorbereiten, dass sie wiederverwendet werden können: Mehrwegflaschen werden beim Hersteller gesäubert und wieder befüllt, die kaputte Waschmaschine repariert oder die alte Jeans im Secondhand-Laden gereinigt und verkauft. Der Vorteil für die Umwelt: Statt mit hohem Ressourcen- und Energieaufwand ein neues Produkt herzustellen, wird ein vorhandenes anschließend weiter genutzt und so die Umwelt geschont.

Recycling

Aus Alt mach was Anderes

Lässt sich Abfall weder vermeiden noch zur Wiederverwendung vorbereiten, sollte er recycelt werden. Dabei wird beispielsweise aus Altpapier Zeitungspapier, aus Lebensmittelabfall Kompost und aus Alt-Glas eine neue Weinflasche. Wichtig für ein effizientes Recycling ist, dass der Abfall sortenrein getrennt wird und in die entsprechenden Recyclingsysteme geht: Papier in die Papiertonne, die Plastik-Verpackung in den gelben Sack oder die gelbe Tonne und Altglas in den Glascontainer.

Wie gut Recycling für die Umwelt ist, zeigt das Beispiel Aluminium; ein Metall, das in fast jedem Haushalt zu finden ist, aber auch in der Industrie – zum Beispiel im Autobau – und oft verwendet wird. Die Ressourceneinsparung bei der Herstellung von recyceltem Aluminium gegenüber so-genanntem Primär-Aluminium ist enorm: Allein der Energieverbrauch ist um 95 Prozent geringer (s. nachfolgende Grafik).

Großes Recyclingpotenzial steckt auch im Verpackungsabfall: Rund 18,9 Mio. Tonnen fielen 2019 an. Um dieses Potenzial zu nutzen, fordert das deutsche Verpackungsgesetz ab 2022 noch ambitioniertere Recyclingquoten.

Innovationspotenzial

Seit Januar 2019 ist das neue Verpackungsgesetz in Kraft: Es setzt Anreize für Hersteller und Handel, Verpackungsabfälle zu vermeiden und Recycling zu stärken. Damit setzt es auch Anreize für Innovationen in der Wirtschaft – beispielsweise bei noch effizienteren Sortieranlagen oder der Entwicklung von Verpackungen, die einfacher zu recyceln sind.

Sonstige Verwertung

Abfall wird zu Energie – oder Füllmaterial

Lässt sich Abfall nicht vermeiden oder recyceln, kann er dennoch nützlich sein. Durch die sogenannte sonstige Verwertung wird Abfall zur Ressource:

Bei der sonstigen energetischen Verwertung werden Abfälle zum Beispiel in Müllverbrennungsanlagen oder Ersatzbrennstoffkraftwerken genutzt, um Strom und Wärme zu erzeugen, und ersetzen so fossile Brennstoffe. Eine andere Art der Nutzung ist die sogenannte sonstige stoffliche Verwertung. Hier werden etwa geeignete Abfälle zur Stabilisierung von untertägigen Hohlräumen in Bergwerken verfüllt.

In einigen Fällen ist es sinnvoll, stoffliche und energetische Verfahren zu kombinieren. So erzeugen spezielle Anlagen aus Bioabfall Biogas, aus dem Strom und Wärme gewonnen werden. Die Gärreste, die dabei entstehen, können in der Landwirtschaft als Düngemittel eingesetzt werden. Das wiederum reduziert den Einsatz von mineralischen Düngemitteln.

Beseitigung

Der letzte Weg

Lässt sich Abfall nicht verwerten, wird er beseitigt. Meist wird er inzwischen in speziellen Verfahren (vor)behandelt, wodurch immer mehr Deponien stillgelegt werden konnten.

Vor allem gefährliche Abfälle wie Krankenhausabfälle oder quecksilberhaltige Abfälle aus alten Energiesparlampen werden speziell behandelt, damit ihre Schadstoffe nicht in die Umwelt gelangen. Asbestbelastete Bau- und Abbruchabfälle werden in einem gesonderten und sicheren Verfahren auf speziellen Deponien abgelagert. Quecksilber wird oft zunächst durch thermische Verfahren vom übrigen Abfall getrennt und dann nach einer weiteren Behandlung in geeigneten Behältern in Untertagedeponien gelagert.

Digitalisierung

Mithilfe von RFID-Chips („Radio Frequency Identification“) an Abfallbehältern kann die sichere Entsorgung von Risikoabfällen zum Beispiel aus Krankenhäusern oder Laboren vom Produzenten bis zur Entsorgung nachverfolgt und dokumentiert werden. So lässt sich zum Beispiel sicherstellen, dass der Abfall tatsächlich den Vorgaben entsprechend entsorgt wird.

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