Weltweite Emissionen

Der Ursprung des Klimawandels

Erfindungen wie die Dampfmaschine und der Verbrennungsmotor trieben die Industrialisierung voran, die im 18. Jahrhundert in Großbritannien begann und sich von dort in die Welt ausbreitete. Die Maschinen ermöglichten nicht nur die massenhafte Produktion und den Transport von Gütern über weite Strecken, sie sorgten auch für einen zunehmenden Ausstoß von Treibhausgasen, insbesondere von Kohlendioxid (CO2). Eine wachsende Wirtschaft und steigender Konsum führten zum Anstieg der von Menschen verursachten CO2-Emissionen von jährlich etwa 5 Milliarden Tonnen in den 1950er-Jahren bis zum Rekordhoch von fast 37 Milliarden Tonnen im Jahr 2019.

Der Treibhausgas-Ausstoß wiederum führt zu einem Anstieg der globalen Temperatur – mit bereits heute spürbaren Folgen wie Hitzewellen, Dürren oder Starkregen. Darüber hinaus werden Menschen, Tiere und Pflanzen auch durch andere begleitend ausgestoßene Luftschadstoffe gefährdet. Aus diesem Grund haben Deutschland und andere Industriestaaten ihre Emissionen in den letzten Jahren deutlich reduziert. Sie haben auch eine besondere Verantwortung: Ihr Anteil an den in den vergangenen zwei Jahrhunderten freigesetzten Treibhausgasemissionen war sehr hoch.

Internationale Abkommen

Fast alle Länder einigen sich

Der steigende Ausstoß von Treibhausgasen hat einen Wandel des Klimas ausgelöst, der unser Leben für Jahrhunderte bis Jahrtausende mitbestimmen wird. Es ist jedoch möglich, den weiteren Temperaturanstieg und damit die Folgen für Menschen und Umwelt zu begrenzen. Dieses Ziel können die Staaten der Welt nur zusammen erreichen. Das heißt, die fast 200 Staaten der Erde müssen sich auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Die EU nimmt dabei eine Führungsrolle ein und steht seit Langem an der Spitze der internationalen Bemühungen für mehr Klimaschutz. Mehr als 20 Klimakonferenzen haben bereits stattgefunden. Einige ihrer Ergebnisse bilden die Grundlage der nationalen Klimaschutzziele.

  • 1992  Rio de Janeiro

    Beim sogenannten „Erdgipfel“ einigten sich die Industrieländer in der Klimarahmenkonvention auf freiwilliger Basis, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2000 auf die Höhe der Emissionen von 1990 zurückzufahren. Die Vereinbarung ebnete den Weg für weitere Verhandlungen.

  • 1997  Kyoto

    Das Kyoto-Protokoll enthält erstmals rechtsverbindliche Begrenzungs- und Reduzierungsverpflichtungen für die Industrieländer mit dem Ziel, bis spätestens 2012 ihre gesamten Emissionen um mindestens 5 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken.

  • 2009  Kopenhagen

    Die Kopenhagen-Vereinbarung definiert Kernbausteine der zukünftigen internationalen Klimapolitik. Eine große Gruppe von Industrie- und Entwicklungsländern einigt sich erstmals auf das 2-Grad-Limit. Zu einer verbindlichen Entscheidung kommt es nicht.

  • 2010  Cancún

    Die „Cancún Agreements“ erkennen die 2-Grad-Obergrenze an und halten die Zusagen von Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern zur Emissionsminderung fest. Sie definieren auch eine transparente Berichterstattung und die Überprüfung der Maßnahmen.

  • 2011  Durban

    Die Weltgemeinschaft verständigt sich, dass neben Industriestaaten auch Schwellen- und Entwicklungsländer verpflichtet werden, ihren Treibhausgasausstoß zu senken. Der „Grüne Klimafonds“ soll sie dabei und bei der Anpassung an die Klimafolgen unterstützen.

  • 2015  Paris

    197 Staaten einigen sich schließlich auf ein umfassendes, verbindliches Klimaschutzabkommen. Die Erderwärmung soll deutlich unter 2 °C gehalten werden und weitere Anstrengungen sollen den Temperaturanstieg auf 1,5 °C begrenzen.

Um die in den Abkommen vereinbarten Ziele zu erreichen, müssen die Länder entsprechende Maßnahmen umsetzen. Mit aktuellem Blick auf die Beschlüsse von Paris reichen die bisher angekündigten Maßnahmen jedoch nicht aus. Fast 200 Staaten haben sich in Paris darauf verständigt, die Erderwärmung auf unter 2 °C bzw. möglichst auf unter 1,5 °C zu begrenzen. Mit dem, was die Staaten bisher an Maßnahmen angekündigt haben, sehen die Prognosen jedoch so aus: Die Treibhausgas-Emissionen würden demnach bis 2030 weiter zunehmen und die resultierende Erderwärmung würde bis zum Jahr 2100 zu einer Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur von 3 °C führen (s. folgende Grafik). Es wird deutlich: Alle Vertragsstaaten müssen ihre Bemühungen und Maßnahmen erheblich verstärken, um die gesetzten Ziele noch rechtzeitig erreichen zu können.

Emissionsminderung

Der Beitrag der Industrieländer

Zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens haben die Länder nationale Aktionspläne vorgelegt, die ihre jeweiligen Ziele für die Verringerung ihrer Emissionen festlegen. Diese reichen zwar wie beschrieben noch nicht aus, um die gesetzten Temperaturziele zu erreichen. Sie schaffen jedoch eine wichtige Grundlage – die durch weitere Maßnahmen ergänzt wird.

So zielt der festgelegte Klimaschutzbeitrag der EU im Rahmen des Übereinkommens von Paris darauf ab, die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um mindestens 55 Prozent zu reduzieren.

Deutschland wiederum hat sich mit der Novelle des Bundes-Klimaschutzgesetzes die Klimaneutralität bereits bis 2045 zum Ziel gesetzt. Zudem sollen bis 2030 die Treibhausgasemissionen sogar um 65 Prozent gegenüber 1990 verringert werden. Der Kohleausstieg und die CO2-Bepreisung leisten einen wichtigen Beitrag zur CO2-Reduktion.

Viele Länder planen zurzeit Investitionen, um die Wirtschaft nach der Corona-Krise anzukurbeln, und denken dabei auch an den Schutz von Klima und biologischer Vielfalt. Die Investitionen in erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität und klimaverträgliche Industrieprozesse können so gleichzeitig für Klimaschutz, Innovation und Arbeitsplätze sorgen. Auch der „European Green Deal“ als Wachstumsstrategie für eine klimaneutrale und ressourcenschonende Wirtschaft zielt darauf ab, Klimaschutz mit Innovation und der Schaffung neuer Arbeitsplätze zu verbinden. So werden gleichzeitig Impulse zur Bewältigung der Corona-Krise gesetzt.

Soziale Gerechtigkeit

Als eine der größten Volkswirtschaften der Welt hat Deutschland seit Beginn der Industrialisierung fast 5 Prozent zur globalen Erwärmung beigetragen. Die jährlichen CO2-Emissionen pro Kopf waren 2018 in Deutschland noch ungefähr doppelt so hoch wie im internationalen Durchschnitt. Aber häufig sind die Länder mit dem geringsten Beitrag zur Erderwärmung am stärksten den Folgen des Klimawandels ausgesetzt. Beim internationalen Klimaschutz geht es daher auch um faire, nachhaltige Lösungen. Deshalb ist es auch die Aufgabe der Industrienationen, andere Länder dabei zu unterstützen, ihre Emissionen zu senken und sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen.

Zusammenarbeit

Finanzierung des internationalen Klima- und Umweltschutzes

Die Industrieländer haben zugesagt, 100 Mrd. USD ab 2020 bis 2025 jährlich zur Unterstützung von Entwicklungsländern bei der Umsetzung der Pariser Klimaschutzziele bereitzustellen. Dabei fördern sie Klimaschutzmaßnahmen, unterstützen Entwicklungsländer bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels und fördern den internationalen Austausch sowie den Aufbau von Wissen. Die Industrieländer tragen so dazu bei, die globale Herausforderung des Klimawandels zu bewältigen und gleichzeitig ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen aus der Klimarahmenkonvention und dem Pariser Abkommen einzuhalten.

Das BMU finanziert über die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) Klimaschutz, Anpassung an die Folgen des Klimawandels, den Schutz und Erhalt von Kohlenstoffsenken sowie der biologischen Vielfalt in Entwicklungs- und Schwellenländern. Von 2008 bis 2020 unterstützte die Initiative über 750 Projekte in mehr als 60 Ländern mit einem Gesamtfördervolumen von 4,5 Milliarden Euro.

Die IKI fördert Projekte, die mehreren Ländern zugutekommen, wie beispielsweise das Projekt „Lenkung der Finanzströme in Einklang mit Art. 2.1.c des Paris Abkommens“: Bisher gab es kaum Möglichkeiten für Investoren und Politik, Klimarisiken bei Finanzentscheidungen zu berücksichtigen und die Ausrichtung der Kapitalmärkte im Hinblick auf das „Unter-2-C°-Ziel“ zu messen. Kernstück des Projektes ist ein Instrument, das die Risiken für den Umbau der Finanzsysteme in Richtung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft modelliert und damit messbar macht. Zurzeit wird das Instrument erweitert, indem Risiken von Green-Recovery-Maßnahmen integriert werden.

Besondere Chancen

Die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens soll auch kleinere Akteure in Entwicklungs- und Schwellenländern stärken und alle gesellschaftlichen Gruppen beteiligen. Daher unterstützt die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) auch Organisationen, die Regionen und Akteure in Entwicklungsländern erreichen, die nicht im Fokus staatlicher Maßnahmen stehen. Dazu bestehen seit Ende 2019 zwei neue Förderformate: Die IKI Medium Grants für Organisationen mit Sitz in Deutschland in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern vor Ort und die IKI Small Grants für in Partnerländern ansässige Akteure z. B. aus der Zivilgesellschaft, Wissenschaft und gemeinnützigen Unternehmen. Sie ermöglichen vor allem an lokale Bedürfnisse angepasste Lösungen und Beiträge sowie eine direktere Beteiligung der Menschen vor Ort.

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Dann teilen Sie ihn gern.

Weitere interessante Inhalte finden Sie unten.

Beitrag teilen